Die innere Sprache der Musik zu verstehen, dazu braucht es nicht nur Technik, sondern  Einfühlungsvermögen. Was Irmela Wagner in ihrem Spiel mitteilt, ist mehr als Noten, leere Tonreihen. Es ist der Zugang zu Gedanken und ästhetischen Ideen, die jenseits der Sprache liegen. Aus ihr spricht die Philosophin, der Logik nicht genug war. Musik machen, Musik fühlen – das ist beispielhaftes Verstehen, wo Philosophie nur abstrakte Reflexionen anbietet. In der Musik geht es vor allem um das letzte große Mysterium des Seins, die Zeit. Genau wie es irrig wäre anzunehmen, dass es nur das „Jetzt“ gibt, ist es irrig anzunehmen, dass es nur das „Ich“ gibt. Alles ist mit allem vernetzt und verbunden und streckt sich so über sich selbst hinaus. Die Musik lehrt uns das in ihrem rauschenden Fortgang, ihrem steten Wandel, der doch um seine Vergangenheit und Zukunft weiß. Vor allem aber lässt sie uns im besten Falle im Konzert gemeinsam Fühlen.

Vita:
Irmela Wagner wurde in eine musikalische Familie geboren und erhielt mit 6 ersten Klavierunterricht, besuchte ab der 7. Klasse ein musisches Gymnasium und erhielt zuletzt Klavierunterricht bei der russischen Pianistin Eva Smirnova. Nach dem Abitur mit Musik als Leistungskurs studierte sie Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft in Würzburg und Heidelberg, wo sie 2013 mit einem Magister Artium abschloss. Seitdem arbeitet sie als selbstständige Pianistin und Musikpädagogin in Heidelberg.

Von 2014-2015 absolvierte sie das Aufbaustudium “Klavier Aktuell” an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen. Mitglied im Tonkünstlerverband Baden-Württemberg.